Luftaufnahme der Lençóis Maranhenses in Brasilien mit weißen Dünen und türkisen Süßwasserlagunen im goldenen Abendlicht

Lencoeis Maranhenses

Das weiße Bettlaken an Brasiliens Nordostküste — UNESCO-Welterbe seit 2024

Das weiße Bettlaken an Brasiliens Nordostküste — UNESCO-Welterbe seit 2024

Weiße Quarzsanddünen, soweit das Auge reicht, und zwischen ihnen tausende türkise Süßwasserlagunen, die es nur für drei Monate im Jahr gibt: Die Lençóis Maranhenses sind seit Juli 2024 UNESCO-Welterbe — und das weltweit einzige Wüsten-Lagunen-Ökosystem seiner Art.

Geschrieben von: Nils Lindhorst Zuletzt aktualisiert am: 1. Juni 2026

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Beste Reisezeit

Juli bis September — das 3-Monats-Fenster, in dem die türkisen Süßwasserlagunen zwischen den Dünen voll sind. Juli und August sind die Peak-Monate, September ist Schultersaison.


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Warum Lençóis Maranhenses?

Es gibt Landschaften, die man aus Reiseführern zu kennen meint — und dann gibt es die Lençóis Maranhenses. 155.000 Hektar reines Quarzsand-Dünenfeld an Brasiliens Atlantikküste, in dem sich zwischen Juli und September zehntausende Süßwasserlagunen bilden. Türkis, smaragdgrün, tiefblau. Kein Kiosk, kein Strom, kein Mobilfunknetz. Nur Dünen, Lagunen und der Wind vom Atlantik.

Am 26. Juli 2024 hat die UNESCO auf ihrer 46. Sitzung in Neu-Delhi entschieden, was Geologen und Reisende längst wussten: Dieser Ort ist einzigartig auf der Welt. Die Aufnahme erfolgte unter den Naturkriterien (vii) und (viii) — „außergewöhnliche natürliche Schönheit" und „bedeutende geologische Prozesse". Kein anderes Wüsten-Lagunen-Ökosystem der Erde erfüllt beide Bedingungen gleichzeitig.

Und genau deshalb steht die Region gerade an einem Wendepunkt. 2019 kamen rund 60.000 Besucher ins Gebiet. 2025 waren es über 650.000 — eine Verzehnfachung in sechs Jahren. Die zuständige Parkbehörde ICMBio prüft seit Januar 2026 ein Besucherlimit. Wer die Lençóis Maranhenses als stillen, menschenleeren Ort erleben möchte, hat dafür wahrscheinlich nur noch ein Zeitfenster von wenigen Jahren.

Das Wunder der Lagunen — wie sie entstehen

Die offensichtliche Frage beim ersten Anblick: Wie kommt das Wasser zwischen die Dünen, wenn es doch aussieht wie die Sahara? Die Antwort liegt unter dem Sand.

Die Lençóis Maranhenses sind eine sogenannte Nass-Wüste. 1.600 bis 2.000 Millimeter Regen fallen hier jedes Jahr — deutlich mehr als in London (600 mm) oder Berlin (580 mm). Unter der bis zu 40 Meter hohen Quarzsand-Schicht liegt eine wasserundurchlässige Tonschicht. Sie funktioniert wie der Boden einer flachen Wanne: Statt ins Grundwasser zu versickern, steigt das Regenwasser in der feuchten Jahreszeit von unten nach oben und füllt die Senken zwischen den Dünen. Tausende temporäre Seen entstehen — manche nur wenige Quadratmeter groß, die größten bis zu 100 Meter lang und 3 Meter tief.

Forscher der brasilianischen Wissenschaftsstiftung FAPESP haben herausgefunden, warum sich dieses Schauspiel Jahr für Jahr wiederholt: Die Schwingungsfrequenz des Grundwasserspiegels stimmt exakt mit der Zeit überein, die eine Düne braucht, um sich um ihre eigene Breite fortzubewegen — ungefähr ein Jahr. Dünen wandern in den Lençóis mit vier bis fünfundzwanzig Metern pro Jahr nach Westen. Was im Juli als Lagune existiert, liegt zwei Jahre später unter einer Düne. Und eine Lagune, die es nie gegeben hat, wird plötzlich geboren.

Ein biologisches Detail am Rande, das die Einzigartigkeit des Ökosystems unterstreicht: In den Lagunen leben 49 dokumentierte Süßwasserfischarten. Der bekannteste ist der Wolf-Fisch Hoplias malabaricus. Wenn die Lagunen im Oktober austrocknen, gräbt er sich in den feuchten Sand unter den Dünen ein, fällt in eine Art Winterschlaf und wartet dort acht Monate lang auf den nächsten Regen. Wenn die neuen Lagunen entstehen, taucht er wieder auf. Kein Evolutionsbiologe würde sich so etwas ausdenken.

Beste Reisezeit — das 3-Monats-Fenster

Die Lençóis Maranhenses sind das Gegenteil einer Ganzjahres-Destination. Wer die türkisen Lagunen erleben will, für die diese Landschaft weltberühmt ist, hat ein Fenster von rund drei Monaten: Juli bis September.

So verläuft das Jahr:

  • Januar bis Juni: Regenzeit. Die Lagunen füllen sich langsam. Reisen sind möglich, aber die Bilder, für die man kommt, sind noch nicht da.
  • Juli: Der Peak-Monat. Lagunen maximal gefüllt, Himmel weitgehend klar, brasilianische Schulferien. Teuerste Unterkunftspreise und viele Besucher — frühzeitige Buchung ist Pflicht.
  • August: Fast so gut wie Juli. Etwas weniger Menschen, Lagunen immer noch randvoll. Für viele Brasilien-Kenner der beste Reisemonat.
  • September: Schultersaison. Lagunen im Zentrum (Barreirinhas) beginnen Ende August abzutrocknen, im Osten (Atins) schon Mitte August. Santo Amaro im Westen hält bis Anfang September.
  • Oktober bis Dezember: Verdunstungsphase. Die meisten Lagunen sind leer. Kitesurfer-Saison beginnt in Atins (Winde 15–25 Knoten bis Januar).

Ein wichtiger Detail-Tipp für Planer: Die Lagunen trocknen nicht überall gleichzeitig aus. Wer erst Mitte September anreisen kann, sollte Santo Amaro als Basis wählen. Wer schon im Juni starten möchte, hat in Atins bereits volle Lagunen — Barreirinhas braucht in der Regel bis Anfang Juli, um das maximale Bild zu liefern.

Temperaturen bleiben ganzjährig konstant zwischen 28 und 33 Grad tagsüber, nachts kühlen sie auf 22 bis 26 Grad ab. Die Trockenzeit (Juli bis September) hat die angenehmste Luftfeuchtigkeit. Einen frühen Start in die Touren empfehlen wir dringend — zwischen 11 und 15 Uhr ist die Sonneneinstrahlung in den schattenlosen Dünen extrem.

Barreirinhas vs. Atins vs. Santo Amaro — welcher Zugang?

Der Nationalpark hat drei Basisorte, die drei sehr unterschiedliche Reiseerlebnisse bieten. Die Wahl prägt den Charakter der gesamten Reise.

Barreirinhas — der Hauptzugang

Rund 68.000 Einwohner, asphaltierte Straßen, die meisten Pousadas, die meisten Tourveranstalter, Restaurants an der Flusspromenade Avenida Beira Rio. Barreirinhas ist das touristische Herz der Lençóis Maranhenses. Von hier starten die beiden klassischen Halbtagestouren nach Lagoa Azul und Lagoa Bonita, ebenso die Bootstour auf dem Preguiças-Fluss. Zu den nächsten Lagunen sind es 45 bis 60 Minuten mit dem 4×4. Empfehlung: Für einen ersten Besuch mit drei bis vier Tagen ist Barreirinhas die richtige Basis.

Atins — das Fischerdorf am Ostrand des Parks

Atins hat keine asphaltierten Straßen, kein reguläres Mobilfunknetz, keine Bankautomaten. Das Leben spielt sich im Sand ab. Erreichbar per Boot den Preguiças-Fluss hinab (rund eine Stunde fünfzehn) oder per 4×4 durch die Dünen. Boutique-Pousadas, starke Kitesurf-Szene (beste Winde Juli bis Januar), kleine exzellente Restaurants. Atins ist teurer als Barreirinhas, aber näher am wilden Parkinneren. Von hier startet der klassische Mehrtages-Trek Richtung Santo Amaro.

Fischerdorf Atins am Ostrand der Lençóis Maranhenses mit Sandpiste und Dünenhorizont

Santo Amaro do Maranhão — der wilde Westen

Rund 14.000 Einwohner, wenig touristische Infrastruktur, direkt am Parkrand. Lagunen zu Fuß in unter fünf Minuten. Wer schon einmal in den Lençóis war und diesmal die wilden, menschenleeren Lagunen sucht — Lagoa da Esperança, Lagoa das Emendadas, Lagoa da Gaivota — findet sie in Santo Amaro. Eine Besonderheit: Die Lagoa da Esperança entsteht am Rio-Negro-Zufluss und ist ganzjährig gefüllt, also auch im Oktober noch sehenswert. Von São Luís sind es 237 Kilometer und etwa dreieinhalb Stunden.

Unsere Empfehlung nach Reiseprofil: Wer drei bis vier Tage bleibt und das erste Mal da ist — Barreirinhas. Wer fünf bis sieben Tage hat — Kombination Barreirinhas plus Santo Amaro oder Atins. Wer den Touristenpfaden ganz entkommen und den Park „wirklich" sehen möchte — direkt nach Santo Amaro.

Anreise & Logistik — ab São Luís

Die Lençóis Maranhenses sind bewusst nicht einfach zu erreichen. Und das ist ein Teil ihres Charakters.

Der Ausgangspunkt ist immer São Luís (Flughafencode: SLZ), die Hauptstadt des Bundesstaates Maranhão. Tägliche Inlandsflüge von São Paulo, Rio de Janeiro und Belém mit LATAM, GOL und Azul. Der Flughafen Barreirinhas (BRB) hat seine kommerziellen Linienflüge im März 2025 eingestellt — für Reisende ab Europa heißt das: Umstieg in São Luís, dann Transfer über Land.

Eine echte Neuigkeit für europäische Reisende: Ab dem 26. Oktober 2026 fliegt TAP Air Portugal erstmals direkt von Lissabon nach São Luís. Zweimal wöchentlich (Montag und Donnerstag), mit einem Stopp in Fortaleza, Airbus A321LR, Abflug Lissabon 19:05 Uhr, Ankunft São Luís 00:10 Uhr am Folgetag. Bis dahin war die Anreise umständlich — über São Paulo oder Rio mit Binnenflug. Ab Oktober 2026 ist der Norden Brasiliens so erreichbar wie der Süden.

Wer ab Oktober 2026 mit TAP nonstop ab Lissabon nach São Luís fliegt, spart rund einen ganzen Reisetag gegenüber der bisherigen Routing-Variante über São Paulo. Für unsere Gäste aus Deutschland ist das die komfortabelste Anbindung, die der brasilianische Nordosten je hatte — Umstieg in Lissabon, einmal einschlafen, morgens in Maranhão.

Der Transfer São Luís → Barreirinhas dauert vier bis fünf Stunden auf einer gut ausgebauten, aber kurvenreichen Strecke. Drei Optionen:

  • Bus: Expresso Guanabara oder Crisbell, ab São Luís Rodoviária, Fahrzeit 4,5 bis 5 Stunden, ab ca. 15 Euro pro Person.
  • Shared Van: Mehrere Abfahrten täglich, rund vier Stunden, ca. 25 bis 35 Euro pro Person.
  • Privattransfer: Rund 180 bis 200 Euro pro Fahrzeug — für Paare und kleine Gruppen deutlich komfortabler, flexibel mit Zwischenstopps.

Nach Santo Amaro sind es 237 Kilometer, rund 3,5 Stunden per Van. Drei tägliche Abfahrten.

Ein Hinweis für die Reiseplanung: Die letzten Shared-Van-Abfahrten gehen gegen 15:30 Uhr. Wer abends in São Luís landet, übernachtet dort und fährt am nächsten Morgen weiter. São Luís selbst ist seit 1997 UNESCO-Welterbe (koloniales Zentrum mit Azulejos-Fassaden) und einen Tag mehr als wert — viele unserer Reisenden planen bewusst ein bis zwei Tage in der Stadt ein.

UNESCO-Welterbe und Nachhaltigkeit

Die UNESCO-Aufnahme 2024 war ein sechs Jahre langer Prozess — Brasilien hatte das Bewerbungsdossier bereits 2018 eingereicht. „Diese beeindruckende Landschaft aus Dünen und Lagunen wird vom höchsten internationalen Schutzniveau profitieren", sagte UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay bei der Bekanntgabe. Mit den Lençóis Maranhenses hat Brasilien jetzt 24 UNESCO-Welterbestätten — mehr als Deutschland (derzeit 16).

Die Kehrseite der Auszeichnung ist die Besucherexplosion: von 60.000 Gästen jährlich vor der UNESCO-Nominierung auf über 650.000 im Jahr 2025. Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) bewertet den Erhaltungszustand des Parks 2025 mit „gut, aber mit Bedenken". Als Hauptbedrohung gelten motorisierte Fahrzeuge im Park, unkontrollierter Infrastrukturausbau und Immobilienspekulation in den Basisorten. ICMBio prüft seit Anfang 2026, wie ein Besucherlimit aussehen könnte.

Was das für die Reiseplanung bedeutet:

  • Lokale Guides buchen statt großer Kettenanbieter — das stärkt die Gemeinschaften in und um den Park.
  • Biologisch abbaubare Sonnencreme verwenden und mindestens 30 Minuten vor dem Lagunenbad auftragen. Die Lagunen haben leicht saures Süßwasser (pH 4,9–6,2) und sehr geringe Pufferkapazität — chemische Sonnenschutzmittel sind eine reale Belastung.
  • Keine Seife, keine Shampoos in den Lagunen.
  • Frühzeitige Buchung — nicht aus Panik, sondern weil gute lokale Pousadas in Juli und August regelmäßig zwei bis drei Monate im Voraus ausgebucht sind.
  • Traditionelle Gemeinschaften respektieren: In den Oasen Baixa Grande und Queimada dos Britos leben seit Generationen Familien. Wer dort übernachtet, ist Gast, nicht Kunde.

Erlebnisse & Aktivitäten

Die Lençóis Maranhenses erlebt man fast ausschließlich mit lokalen Guides — motorisierte Fahrzeuge im Park sind nur lizenzierten Betreibern erlaubt. Das ist kein Nachteil, im Gegenteil: Die Fahrten durch das Dünenfeld gehören zu den Highlights jeder Reise.

Circuito Lagoa Azul

Der Klassiker ab Barreirinhas. 4×4-Halbtagestour zu drei bis fünf Lagunen, darunter Lagoa Azul (tiefste Farbe, intensives Türkis) und Lagoa do Peixe. Dauer rund fünf Stunden, Preis etwa 21 Euro pro Person. Zwei Abfahrten täglich — morgens kühler, nachmittags goldeneres Licht.

Lagoa Azul in den Lençóis Maranhenses mit türkisfarbenem Wasser zwischen weißen Quarzsanddünen

Circuito Lagoa Bonita

Der Nachmittagsklassiker. Abfahrt gegen 14 Uhr, Rückkehr gegen 19:30 Uhr. Die Lagoa Bonita liegt erhöht — nach dreißig Minuten Aufstieg über Dünen (teils mit Seilleitern) steht man auf einem Panoramapunkt mit Blick über das gesamte Dünenfeld. Sonnenuntergang vom höchsten Punkt über dem Park. Rund 21 Euro pro Person.

Bootstour auf dem Preguiças-Fluss

Ganztagesausflug mit dem Speedboot den Fluss „Preguiças" hinunter — der Name bedeutet auf Portugiesisch „die Faule". Stopps an den Kleinen Lençóis bei Vassouras (Dünen am Flussufer), am 35 Meter hohen Leuchtturm von Mandacaru mit Panoramablick auf die Flussmündung und an der Halbinsel Caburé zwischen Fluss und Atlantik. Mit etwas Glück Scharlach-Ibisse zwischen den Mangroven. Dauer rund sieben Stunden, ca. 21 Euro.

Der Preguiças-Fluss bei Mandacaru mit Leuchtturm und Mangrovenwald in den Lençóis Maranhenses

Rundflug über das Dünenfeld

25 bis 30 Minuten mit dem Kleinflugzeug ab dem Flughafen Barreirinhas (der für Rundflüge und Charter weiterhin genutzt wird). Einziger Weg, die Dimensionen der Landschaft wirklich zu verstehen — aus der Luft erkennt man, warum die Region den Namen „Bettlaken" trägt. Etwa 160 Euro pro Person.

Der 5-Tage-Trek: Atins → Santo Amaro

Unser Premium-Tipp für erfahrene Wanderer. Start in Barreirinhas per Boot nach Atins, dann zu Fuß durch das Herz des Parks: Atins → Baixa Grande → Queimada dos Britos → Vila Betânia → Santo Amaro. Rund 70 Kilometer über weichen Sand, mittelschwer bis schwer. Tagesetappen zwischen 10 und 28 Kilometern, frühe Starts zwischen 1:30 und 5:30 Uhr wegen der Hitze, Mittagsruhe in den Oasen. Obligatorisch mit akkreditiertem ICMBio-Guide. Übernachtungen bei traditionellen Familien in einfachen Unterkünften. Nur zwischen Mai und September möglich. Ab ca. 630 Euro pro Person für das geführte Komplettpaket.

Atins ist der beste Ausgangspunkt für den Mehrtages-Trek. Die Einstiegsetappe nach Baixa Grande ist kurz und lässt Zeit für Akklimatisierung, die Oasen am Weg sind legendär, und wer in Santo Amaro ankommt, hat den Park auf einer Weise gesehen, die 99 Prozent der Besucher nie erleben werden. Für konditionsstarke Gäste ab 40 mit Trekking-Erfahrung ist das unser Favorit.

Kitesurfen, Reiten, Flossfahrt

Ab Atins: Sonnenuntergangs-Reittour durch die Dünen (3,5 Stunden), Kitesurfkurse an der Flussmündung, geführte Kite-Touren über die Lagunen in der Saison Juli bis Januar. Ab Barreirinhas: Boia-Cross — mit dem Schwimmreifen den Rio Formiga hinab, rund 19 Euro.

Kombinationsroute: Rota das Emoções

Die ikonische Nordosten-Rundreise verbindet Jericoacoara in Ceará über das Parnaíba-Delta in Piauí mit den Lençóis Maranhenses. Sieben bis vierzehn Tage, drei Bundesstaaten, drei völlig verschiedene Landschaften. Wer mehr Zeit hat, baut die Rota das Emoções als Erweiterung ein — wir haben die Strecke in beiden Richtungen gefahren und wissen, wo man die spektakulärsten Dünen-Übergänge sieht.

Unterkünfte

Die Infrastruktur in den Lençóis Maranhenses ist charmant unaufgeregt. Große Hotelketten gibt es nicht, dafür familiengeführte Pousadas in jeder Preisklasse.

Barreirinhas bietet die größte Auswahl: Mittelklasse-Pousadas ab 50 bis 85 Euro pro Nacht, gehobene Häuser wie das Porto Preguiças Resort ab 100 Euro. Für Einsteiger ist Barreirinhas die sicherste Wahl — breites Angebot, gute Verfügbarkeit außerhalb der Peak-Wochen.

Atins ist das Boutique-Segment. Häuser wie Convento Arcádia (Kokospalmengarten, Eco-Design) oder Vila Aty Lodge liegen zwischen 100 und 155 Euro pro Nacht. Viele Unterkünfte verzichten bewusst auf WLAN — Abgeschiedenheit als Feature. 2025 hat die Region in Luxus-Reiserankings Brasiliens erstmals Fernando de Noronha überholt, was die Preise im Top-Segment weiter treibt.

Santo Amaro ist überschaubar: einige wenige Pousadas wie Rancho das Dunas oder Villaz Lençóis Maranhenses, Preise vergleichbar mit Budget-Barreirinhas, aber schnell ausgebucht. In der Hochsaison empfehlen wir, Zimmer mindestens zwei bis drei Monate im Voraus zu buchen.

Die einfachste Regel für die Unterkunftswahl: Je länger Sie bleiben und je mehr Ruhe Sie suchen, desto weiter sollten Sie nach Westen rücken. Drei Tage Barreirinhas? Perfekt für den Einstieg. Eine Woche mit Trek-Ambition? Atins. Zwei Wochen brasilianischer Nordosten als Zweitreise? Santo Amaro als Herzstück.

Wir arbeiten mit handverlesenen Pousadas in allen drei Orten zusammen — sprechen Sie uns an, wir empfehlen das Haus, das zu Ihrem Reiseprofil passt.

Lençóis Maranhenses individuell planen

Wer die Lençóis Maranhenses richtig erleben möchte, kombiniert sie mit weiteren Etappen in Brasilien. Klassisch ist die Nordosten-Route mit Salvador de Bahia und Chapada Diamantina — zwei Welten in einer Reise: afrobrasilianische Küstenkultur, Tafelberge und dann die Dünen des Nordens. Wer mehr Zeit hat, erweitert um das Amazonasgebiet, das Pantanal oder die Rota das Emoções.

Unsere meistgebuchten Routen mit Lençóis-Etappe:

  • Brasilien Nordosten: Lençóis Maranhenses & Salvador — 14 Tage Bahia und Nordosten mit kompletter Lençóis-Etappe
  • Brasilien Highlights: Amazonas, Pantanal & Nordosten — das große Natur-Dreieck mit Lençóis als Abschluss

Für eine persönliche Beratung und ein maßgeschneidertes Angebot kontaktieren Sie unser Brasilien-Team — wir antworten in der Regel binnen 24 Stunden und kennen die Region aus eigener Anschauung.

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Häufige Fragen

Wann sind die Lagunen am vollsten?

Zwischen Mitte Juli und Mitte August stehen die Lagunen der Lençóis Maranhenses auf ihrem Jahreshöchststand. August ist unsere Lieblings-Reiseempfehlung: Die Lagunen sind voll, die Temperaturen angenehm, die Besucherzahlen etwas niedriger als im brasilianischen Ferienmonat Juli. Im September lohnt sich der Fokus auf Santo Amaro im Westen des Parks — dort halten die Lagunen am längsten, während in Atins und Barreirinhas das Wasser bereits abnimmt.

Wie komme ich nach Lençóis Maranhenses?

Der Ausgangspunkt ist São Luís (Flughafen SLZ). Von Europa bis Oktober 2026 über São Paulo, Rio de Janeiro oder Belém mit einem Binnenflug. Ab dem 26. Oktober 2026 fliegt TAP Air Portugal erstmals direkt von Lissabon nach São Luís (zweimal wöchentlich, mit Stopp in Fortaleza). Von São Luís geht es per Bus, Shared Van oder Privattransfer nach Barreirinhas (4–5 Stunden) oder Santo Amaro (3,5 Stunden). Direktflüge nach Barreirinhas wurden im März 2025 eingestellt — Rundflüge über die Dünen sind aber weiterhin möglich.

Barreirinhas oder Atins?

Für eine erste Reise und drei bis vier Tage: Barreirinhas. Die Infrastruktur ist besser, die Tourauswahl größer, die klassischen Highlights Lagoa Azul und Lagoa Bonita direkt von dort zu erreichen. Für eine längere Reise, Kitesurf-Interesse oder einen ruhigeren Aufenthalt: Atins. Das Fischerdorf im Osten hat keine asphaltierten Straßen, keine Bankautomaten und exzellente Boutique-Pousadas — erreichbar per Bootsfahrt auf dem Preguiças-Fluss oder 4×4 durch die Dünen. Wer beide kombiniert, erlebt die zwei Gesichter des Parks.

Wie viele Tage sollte ich einplanen?

Drei Tage sind das Minimum für die Lençóis Maranhenses — einen Tag Lagoa Azul, einen Tag Lagoa Bonita, einen Tag Preguiças-Fluss-Bootstour. Vier Tage sind komfortabler und lassen Zeit für Atins oder einen Rundflug. Wer den 5-Tage-Trek plant, sollte insgesamt acht bis zehn Tage einplanen, inklusive An- und Abreise und Erholungstag. Für die meisten unserer Gäste ist die Region eine Etappe innerhalb einer zehn- bis vierzehntägigen Brasilien-Rundreise.

Ist die Anreise beschwerlich?

Länger als üblich, aber gut planbar. Ab Europa ein Fernflug nach São Paulo (oder ab Oktober 2026 direkt nach São Luís mit TAP), dann ein Binnenflug nach São Luís und vier bis fünf Stunden Transfer über Land. Die Straße zwischen São Luís und Barreirinhas ist asphaltiert und sicher, aber kurvenreich. Unser Tipp: In São Luís mindestens eine Nacht einplanen — die Stadt ist selbst UNESCO-Welterbe und ein lohnender Zwischenstopp. Innerhalb des Parks bewegt man sich ausschließlich mit lizenzierten 4×4-Guides, was den Komfort deutlich erhöht.

Lohnt sich die Kombination mit dem brasilianischen Nordosten?

Absolut. Die Lençóis Maranhenses ergeben mit Salvador de Bahia, Chapada Diamantina oder der Rota das Emoções (Jericoacoara → Parnaíba-Delta → Lençóis) eine der landschaftlich kontrastreichsten Rundreisen Südamerikas. Zwei Wochen sind eine gute Mindestdauer, um zwei bis drei Etappen ohne Hetze zu verbinden. Unsere Rundreise Brasilien Nordosten: Lençóis Maranhenses & Salvador zeigt, wie sich diese Bausteine sinnvoll kombinieren lassen.

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