Jaguar am Flussufer des Rio Cuiabá im Nord-Pantanal Brasilien im goldenen Abendlicht

Pantanal

Jaguar-Safari im größten Feuchtgebiet der Welt

Jaguar-Safari im größten Feuchtgebiet der Welt

4.000 bis 7.000 Jaguare, über 650 Vogelarten und die einzige Wildnis Lateinamerikas, in der eine Raubkatzen-Sichtung fast garantiert ist: Das Pantanal ist Brasiliens wildestes Kapitel — offen, weit und in der Trockenzeit erstaunlich zugänglich.

Geschrieben von: Nils Lindhorst Zuletzt aktualisiert am: 1. Juni 2026

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Beste Reisezeit

Juli bis Oktober — Trockenzeit im Pantanal mit den höchsten Jaguar-Sichtungsraten weltweit (90 bis 99 Prozent).


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Warum Pantanal?

Das Pantanal ist das größte Feuchtgebiet der Erde — rund 150.000 bis 200.000 Quadratkilometer nasse Ebene, dreimal so groß wie die Schweiz, verteilt auf Brasilien, Bolivien und Paraguay. Wer in Lateinamerika nach Wildtieren sucht, kennt oft nur den Amazonas. Doch der Regenwald ist dicht, dunkel und hält seine Bewohner versteckt. Das Pantanal ist das Gegenteil: offen, weit, flach. Hier sieht man, was im Amazonas verborgen bleibt.

Das gilt vor allem für den Jaguar. Zwischen 4.000 und 7.000 Tiere leben im Feuchtgebiet, und im Nord-Pantanal rund um Porto Jofre liegt die Sichtungswahrscheinlichkeit in der Trockenzeit bei 90 bis 99 Prozent — Werte, die kein anderer Ort der Welt erreicht. Die Raubkatzen kommen an die Ufer des Rio Cuiabá und seiner Nebenflüsse, um Kaimane und Capybaras zu jagen. Vom Schnellboot beobachten Sie sie aus wenigen Metern Distanz, ohne die Tiere zu stören.

Dazu kommen über 650 Vogelarten, darunter der Hyazinth-Ara — mit einem Meter Flügelspannweite der größte Papagei der Welt — sowie Riesenotter, Riesenameisenbären, Tapire und rund zehn Millionen Yacaré-Kaimane, die dichteste Krokodil-Population der Erde. Das Pantanal ist Brasiliens großes Wildlife-Ziel. Kein Ersatz für den Amazonas, sondern seine logische Ergänzung.

Nord-Pantanal vs. Süd-Pantanal

Das Pantanal ist kein einheitlicher Ort. Es zerfällt in zwei sehr unterschiedliche Regionen — und die Wahl zwischen Nord und Süd ist die wichtigste Entscheidung Ihrer Reiseplanung.

Nord-Pantanal (Mato Grosso, Zugang über Cuiabá) ist die klassische Jaguar-Region. Das Zentrum heißt Porto Jofre, am Ende der Transpantaneira, wo der Rio Cuiabá sich in ein Labyrinth aus Flussarmen auffächert. Jaguar-Safaris finden hier fast ausschließlich per Schnellboot statt. Jaguar ID Project dokumentierte in der Saison 2025 allein 1.488 Sichtungen. Wenn Sie das klassische Pantanal-Bild im Kopf haben — Raubkatze am Flussufer, goldenes Licht, Kaimane auf Sandbänken — suchen Sie den Norden.

Süd-Pantanal (Mato Grosso do Sul, Zugang über Campo Grande) ist stiller, weiter, artenreicher. Statt Bootssafaris fährt man in offenen 4x4-Fahrzeugen durch Fazendas-Land — große Rinderfarmen, die oft seit Generationen einen Teil ihrer Flächen dem Ökotourismus widmen. Die Artenvielfalt ist spürbar höher: Riesenameisenbären, Sumpfhirsche, Mähnenwölfe und deutlich mehr Vogelarten entlang der Trails. Jaguare sind auch hier präsent, aber schwerer zu sehen — mit einer Ausnahme.

Die Caiman Lodge im Süden betreibt seit 2011 das Onçafari-Programm zur Habituierung von Jaguaren. Tiere werden über Jahre an Safari-Fahrzeuge gewöhnt, ohne gefüttert zu werden, bis sie die Autos als neutral wahrnehmen. Ergebnis: Die Sichtungsrate stieg von 16 Prozent (2013) auf 100 Prozent (2023) — ganzjährig, nicht nur in der Trockenzeit. Das ist weltweit einzigartig und macht Caiman zur Premium-Alternative im Süden.

Unsere Empfehlung: Wer zum ersten Mal ins Pantanal reist und Jaguar-Fotografie priorisiert, fährt in den Norden. Wer mehr Zeit hat, Artenvielfalt schätzt und ein ruhigeres, luxuriöseres Erlebnis bevorzugt, wählt den Süden — und für beides bietet sich eine Kombination über zwei Aufenthalte an.

Jaguar-Safari — was man erwarten kann

Ein typischer Safari-Tag im Nord-Pantanal beginnt vor Sonnenaufgang. Um halb sechs sitzen Sie im offenen Schnellboot, Kaffee in der Hand, noch in Jacke. Der Guide steuert langsam durch die Arme des Rio Cuiabá, sein Blick scannt die Ufer. Über Funk kommen Hinweise von anderen Booten. Plötzlich der Ruf: „Onça." Zehn Minuten später stehen Sie 20 Meter von einer Jaguarin entfernt, die sich in den Schatten eines Feigenbaums legt.

Die Bootssafaris dauern in der Regel drei bis vier Stunden am Morgen und nochmals am Nachmittag. Zwischen neun und halb vier ist Pause — Mittagessen, Hängematte, Siesta. In der Hitze des Tages sind die Tiere kaum aktiv. Abends geht es noch einmal raus, oft bis zum Sonnenuntergang. Wer Glück hat, erlebt eine Jagd: 2025 dokumentierte das Jaguar ID Project fünf Anakonda-Kills durch Jaguare.

Das Jaguar ID Project selbst ist ein Stück Forschung, das Reisende direkt erleben. Seit 2013 hat die Initiative über 450 individuelle Jaguare anhand ihrer einzigartigen Fellmuster identifiziert. In der Saison 2025 wurden 120 Tiere registriert, 32 neue Individuen entdeckt, 23 Jungtiere dokumentiert. Das meistgesichtete Tier der Saison war eine Weibchenname Patricia — 74 Einzelsichtungen. Guides kennen die Tiere beim Namen, und was zuerst wie eine Marketing-Erzählung klingt, wird innerhalb weniger Tage zur Realität: Sie erkennen Patricia am zweiten Tag selbst.

Der Effekt des Jaguar-Tourismus ist messbar. Die Zahl habituierter Jaguare im Nordbecken stieg von 29 Tieren im Jahr 2013 auf 130 im Jahr 2023 — ein Anstieg von über 400 Prozent in zehn Jahren. Habituiert bedeutet: Die Katzen nehmen Boote als neutralen Teil ihrer Umwelt wahr, weder Bedrohung noch Beute. Das ist der Grund, warum die Sichtungsraten so außergewöhnlich hoch sind — und warum die Ökonomie der Region heute auf lebende Jaguare angewiesen ist statt auf Viehzucht, die Jaguare früher als Schädlinge abschoss.

Insider-Tipp: Guides nennen die Jaguare beim Namen — „Patricia", „Marcela", „Medrosa". Wer vorher die Fotos der aktuellen Saison auf der Seite des Jaguar ID Project studiert, erkennt die Tiere beim ersten Boot-Einsatz selbst. Das hebt jede Safari auf eine neue Ebene.

Beste Reisezeit

Die Pantanal-Trockenzeit von Juli bis Oktober ist die verlässlichste Reisezeit für Wildlife-Sichtungen. Der jährliche Zyklus erklärt das gut: In der Regenzeit zwischen November und März stehen weite Teile des Feuchtgebiets bis zu drei Meter unter Wasser, Tiere verteilen sich über die gesamte Fläche. Ab April sinkt der Wasserstand, ab Juli sind die Tiere an den verbleibenden Wasserläufen konzentriert — und damit sehr viel leichter zu sehen.

Im Detail sieht der Jaguar-Kalender im Nord-Pantanal so aus: Mai bis Juni liegt die Sichtungsrate bei 60 bis 75 Prozent, Juli und August steigt sie auf 85 bis 95 Prozent, September und Oktober bildet mit 90 bis 99 Prozent das absolute Peak. Ab November sinken die Werte wieder, weil die ersten Regenfälle die Jaguare zerstreuen.

Die Kehrseite der Peak-Monate: mehr Boote, höhere Preise, frühe Buchungspflicht. Lodges in Porto Jofre und bei Caiman sind für September und Oktober oft sechs Monate im Voraus ausgebucht. Wer Ruhe schätzt und mit 75 Prozent Sichtungswahrscheinlichkeit leben kann, findet im Juni den besseren Kompromiss: leere Boote, volle Tagestouren, moderate Preise.

Die Regenzeit ist dagegen kein Ausschlusskriterium — sie ist eine andere Reise. Von November bis März verwandelt sich das Pantanal in ein riesiges Binnenmeer, Jaguare sind zwar schwerer zu sehen, dafür kommen Zugvögel aus Nordamerika, Anakondas lassen sich leichter beobachten (beste Zeit Dezember bis Mai), und die Landschaft steht in sattem Grün. Fotografen und Birder schätzen diese Monate; für die klassische Erst-Safari empfehlen wir dennoch die Trockenzeit.

Anreise & Logistik

Nord-Pantanal: Internationale Flüge enden in São Paulo (GRU), von dort weiter nach Cuiabá (CGB) — rund zwei Stunden. Ab Cuiabá beginnt die eigentliche Reise: etwa 100 Kilometer nach Poconé, wo die Transpantaneira beginnt, dann 147 Kilometer Schotterpiste bis Porto Jofre. Die reine Fahrzeit beträgt vier bis fünf Stunden, mit Wildlife-Stopps realistisch sechs bis sieben. Gesamttransfer ab Cuiabá: vier bis sechs Stunden. Wer Zeit sparen will, nimmt einen Charterflug Cuiabá → Porto Jofre — teurer, aber eine volle Safari-Tag mehr auf dem Boot.

Süd-Pantanal: Flug nach Campo Grande (CGR), dann Transfer nach Miranda, Aquidauana oder in die Corumbá-Region. Je nach Lodge zwei bis vier Stunden auf guten Straßen. Caiman Lodge verfügt über eine eigene Landepiste — ein Charterflug aus Campo Grande kostet 300 bis 600 USD pro Person, spart aber den vierstündigen Transfer.

Die Transpantaneira selbst verdient eine eigene Erwähnung. Die 147 Kilometer lange Rodovia MT-060 überquert 122 bis 125 Holzbrücken und ist die einzige Landverbindung tief ins Nord-Pantanal. Sie ist zugleich Zufahrt und Safari: Yacaré-Kaimane am Straßenrand, Capybaras in Familienverbänden, Hyazinth-Aras auf Buriti-Palmen und in den Morgenstunden oft Tapire, die zur Straße kommen, um Mineralien aufzunehmen. Planen Sie die Anfahrt nicht als Transport ein, sondern als erste Safari — die Kamera gehört griffbereit in den Schoß.

Insider-Tipp: Die letzte Tankstelle vor Porto Jofre steht in Poconé. Wer mit Mietwagen fährt, tankt dort voll. Und: Viele Lodges und Guides entlang der Transpantaneira akzeptieren ausschließlich Bargeld in Reais. In Cuiabá abheben, bevor Sie losfahren.

Wildlife über Jaguare hinaus

Die inoffiziellen Pantanal Big Five sind Jaguar, Riesenameisenbär, Riesenotter, Jabiru-Storch und Tapir. Vier davon bekommen Sie in einer gut geplanten Woche mit hoher Wahrscheinlichkeit zu sehen — der Riesenameisenbär bleibt die größte Herausforderung und gelingt im Süden leichter als im Norden.

Riesenotter (Pteronura brasiliensis): Die bis zu zwei Meter langen Flussräuber leben in Familiengruppen von fünf bis zehn Tieren an festen Uferlagern. Im Pantanal leben schätzungsweise 2.000 bis 5.000 Individuen, was nach viel klingt, aber über 25 Jahre einen Rückgang von 50 Prozent bedeutet. Im März 2026 wurden Riesenotter auf Anhang I und II der UN-Wanderartenkonvention (CMS) gelistet — ein offizieller Schutzstatus als bedrohte Wanderart. Auf Booten sind die Tiere zwischen Juni und Dezember fast täglich zu sehen; Guides kennen die Familien-Lager genau.

Hyazinth-Ara (Anodorhynchus hyacinthinus): Der größte Papagei der Welt, elektrisch-blaues Gefieder, ein Meter lang, bevorzugt Buriti- und Acuri-Palmen. Etwa 5.000 Exemplare leben im Pantanal — rund 70 Prozent der Weltpopulation. Die Art erholte sich von einem Tief von 2.500 Tieren im Jahr 1987 auf über 6.500 im Jahr 2008, steht aber durch Brände und Lebensraumverlust laut IUCN wieder unter Druck. Sichtungen gelingen ganzjährig und ohne größere Mühe.

Yacaré-Kaiman (Caiman yacare): Rund zehn Millionen Tiere — die dichteste Krokodil-Population der Erde. In der Trockenzeit stehen sie in Massen auf Sandbänken und in den Restpfützen; man gewöhnt sich schnell an den Anblick hunderter Augenpaare im Licht der Bootslampe.

Tapir, Capybara, Jabiru-Storch, Riesenameisenbär, Gelbe Anakonda, Sumpfhirsch, Nasenbär, Wasserschwein, Hoco-Huhn, Tuiuiú — die Liste wird lang. Das Pantanal gilt als das artenreichste Ökosystem des Kontinents, mit 656 Vogelarten, 159 Säugetierarten, 325 Fischarten und 98 Reptilienarten nach den letzten Zählungen. Wer mit Fernglas und Vogelbuch anreist, verlässt das Pantanal mit einer Lifer-Liste, die sich lange ausgeht.

Unterkünfte im Pantanal

Das Pantanal ist nicht billig. Alles — Strom, Lebensmittel, Personal — muss über die Transpantaneira oder schlechte Schotterwege angeliefert werden. Dafür sind die besten Lodges weit mehr als Hotels: Sie sind Naturschutzprojekte, Forschungsstationen, oft mit eigenen Guides, die seit Jahrzehnten im Gebiet arbeiten.

Araras Eco Lodge (Nord-Pantanal, direkt an der Transpantaneira, rund 135 km von Cuiabá). Pionier des nachhaltigen Tourismus im Pantanal seit 1976. 22 klimatisierte Suiten, zwei Aussichtstürme (12 und 25 Meter), inkludierte Wander-, Reit-, Kanu- und Fotosafari-Touren. TripAdvisor listet Araras als Specialty Lodge Nummer eins in Brasilien (4,5/5). Preise 2026 pro Person: 3 Nächte/2 Tage ab 833 USD (Nebensaison) bis 1.189 USD (Hochsaison Juli–Oktober), 5 Nächte/4 Tage ab 1.491 bis 2.184 USD. Wildlife Preservation Fee 75 USD zusätzlich. Ideal als Einstiegs-Etappe vor Porto Jofre.

SouthWild Pantanal Lodge (Nord-Pantanal, am Pixaim-Fluss, 2,5 km abseits der Transpantaneira). 15 klimatisierte Zimmer, Jaguare werden durchschnittlich alle sechs Tage in zehn Minuten Bootsdistanz von der Lodge gesichtet. Die neue Naturezas-Anlage (seit März 2025) bietet die einzige offene Dachterrasse mit Sky Bar für Sonnenuntergänge mit Wildlife-Blick. Unsere Premium-Empfehlung im Norden, wenn Fotografie-Qualität und ruhige Atmosphäre Priorität haben.

Pousada Piuval (Nord-Pantanal, 10 km von Poconé, erste Lodge an der Transpantaneira). 20 Zimmer auf einer 7.000-Hektar-Ranch. Breites Aktivitätsprogramm von Fotosafari über Kanu und Reiten bis Piranha-Angeln. Hyazinth-Aras nisten regelmäßig in unmittelbarer Nähe. Günstigstes der hier genannten Häuser, ideal für eine Nacht als Eingangspunkt vor Porto Jofre.

Refúgio Ecológico Caiman (Süd-Pantanal, Region Miranda, Mato Grosso do Sul). Luxus-Öko-Resort auf 53.000 Hektar Privatland mit eigenem 5.600-Hektar-Schutzreservat. Heimat des Onçafari-Jaguar-Projekts. Drei Unterkünfte stehen zur Wahl: Casa Caiman (18 Suiten), Villa Baiazinha (6 Zimmer), Pousada Cordilheira (5 Zimmer). Preise 2026 pro Person: 4 Nächte/3 Tage ab 2.757 USD (Nebensaison) bis 3.508 USD (Juli/August/Feiertage), 5 Nächte/4 Tage bis 4.465 USD. Wildlife Preservation Fee 200 USD. Die Premium-Option im Süden — und wegen der ganzjährigen Jaguar-Habituation eine Ausnahmeerscheinung.

Ein klassisches sieben-Nächte-Paket im Norden (zwei Nächte Araras zur Eingewöhnung plus drei Nächte Hotel Pantanal Norte in Porto Jofre für die Jaguar-Safaris plus zwei Nächte Cuiabá/Transfers) startet in der Hochsaison bei etwa 3.990 USD pro Person — alle Mahlzeiten, Guides und Safaris inkludiert. Eine Süd-Premium-Reise bei Caiman liegt bei 3.500 USD aufwärts für fünf Nächte.

Insider-Tipp: Buchen Sie Hochsaison-Aufenthalte mindestens sechs Monate im Voraus. Die Zimmer mit Flussblick in SouthWild und die Villa Baiazinha bei Caiman sind oft zwölf Monate vorher ausgebucht. Wer spontan plant, weicht in die Schulterwochen Juni und frühes November aus.

Nachhaltigkeit — das Pantanal am Kipppunkt

Das Pantanal steht unter Druck. Die Brände von 2020 waren die schlimmsten in der Geschichte des Feuchtgebiets: rund 43 Prozent der Gesamtfläche brannten, schätzungsweise 17 Millionen Wirbeltiere starben direkt, 45 Prozent der Jaguar-Population waren betroffen. Die aktiven Brände lagen 123 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2020.

2024 kam die nächste Katastrophe. 1,3 Millionen Hektar brannten allein im ersten Halbjahr — die achtfache Fläche Londons. Die Anzahl der Feuer stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2023 um 1.500 Prozent. Studien zeigen, dass der Klimawandel solche Feuerbedingungen 40 Prozent intensiver und vier- bis fünfmal wahrscheinlicher macht. Im September 2025 stellte Mongabay die Frage, ob das Pantanal an einem Kipppunkt stehe — nicht nur klimatisch, sondern auch touristisch, weil die Bootsdichte an Jaguar-Sichtungen in den Peak-Wochen mittlerweile zum Problem wird.

Das klingt düster, und es ist ernst. Aber es gibt auch die andere Geschichte: Jaguar-Tourismus hat im Nordbecken die Zahl habituierter Tiere verfünffacht. Caimans Onçafari-Projekt beweist, dass Habituierung ohne Fütterung funktioniert. Hyazinth-Ara-Populationen erholten sich durch dedizierte Schutzprogramme, bevor die Brände die Trendlinie wieder drückten. Riesenotter erhielten im März 2026 neuen Schutzstatus unter der UN-Wanderartenkonvention.

Was bedeutet das für Ihre Reise? Wer ins Pantanal reist, finanziert die Ökonomie, die den Jaguar schützt. Aber die Wahl der Lodge macht einen Unterschied. Häuser wie Araras, SouthWild und Caiman reinvestieren messbar in Naturschutz, arbeiten mit Forschungsprojekten zusammen, setzen Grenzen bei Bootszahlen. Günstige Alternativen am Rande der Transpantaneira tun das oft nicht. Wir empfehlen ausschließlich Partner, deren Schutzarbeit wir nachvollziehen können — das ist bei den Preisen hier eine zwingende Überlegung.

Pantanal individuell planen

Eine Pantanal-Reise lebt von den Details: welche Lodge an welchem Fluss, welcher Guide, welche Saisonwoche, welcher Charterflug, welche Kombination mit anderen Regionen. Wir planen Ihre Route persönlich — mit handverlesenen Partnern in Nord und Süd, englisch- und teils deutschsprachigen Guides, und sinnvoll verbunden mit weiteren Bausteinen wie Chapada Diamantina, dem Amazonas oder dem brasilianischen Nordosten.

Besonders beliebt sind diese Routen:

  • Brasilien Natur: Pantanal & Fernando de Noronha — Premium-Kombination aus Jaguar-Safari und Inselparadies
  • Brasilien Highlights: Amazonas, Pantanal, Nordosten — das große Natur-Dreieck in 18 bis 21 Tagen

Für eine persönliche Beratung und ein maßgeschneidertes Angebot kontaktieren Sie unser Brasilien-Team — wir antworten in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

Hyazinth-Ara-Paar im Pantanal Brasilien — mit über 5.000 Exemplaren der größte Papagei der Welt
Holzbrücke der Transpantaneira im Nord-Pantanal Brasilien — 147 km Schotterpiste mit 122 Brücken
Sonnenuntergang über dem Pantanal Brasilien mit Silhouetten von Vögeln über dem Feuchtgebiet
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Häufige Fragen

Wie hoch ist die Jaguar-Sichtungswahrscheinlichkeit?

Im Nord-Pantanal rund um Porto Jofre liegen die Raten zwischen 90 und 99 Prozent in der Peak-Trockenzeit Juli bis Oktober. Mai und Juni liegen bei 60 bis 75 Prozent, November bei 50 bis 60 Prozent. Im Süden sind die Werte außerhalb der Caiman Lodge deutlich niedriger (etwa 40 bis 60 Prozent), innerhalb Caiman durch das Onçafari-Programm ganzjährig bei 98 bis 100 Prozent. Die höchsten Raten der Welt — kein anderer Ort kommt daran heran.

Pantanal oder Amazonas — was ist besser?

Die beiden Regionen sind Ergänzung, nicht Konkurrenz. Der Amazonas ist dichter Regenwald: Sie hören mehr Tiere, als Sie sehen. Das Pantanal ist offenes Feuchtgebiet: Wildlife ist sichtbar, besonders große Säugetiere. Wer Artenvielfalt im Vordergrund sehen will, plant beides — klassisch drei bis vier Nächte Amazonas plus vier bis sechs Nächte Pantanal. Wer nur eines wählt: Pantanal für Jaguar und offene Landschaft, Amazonas für Regenwald-Atmosphäre und indigene Kultur. Unsere Amazonas-Region um Manaus beschreibt das Gegenstück im Detail.

Ist das Pantanal in der Regenzeit bereisbar?

Ja, aber als anderes Erlebnis. Von November bis März steht das Feuchtgebiet teils drei Meter unter Wasser, Jaguare sind schwerer zu sehen, dafür kommen Zugvögel, Anakondas sind aktiver und die Landschaft ist sattgrün. Manche Straßen sind unbefahrbar, Teile der Transpantaneira werden temporär gesperrt. Für Erst-Safaris empfehlen wir die Trockenzeit; für Fotografen und Vogelbeobachter kann die Grüne Saison lohnend sein.

Was kostet eine Pantanal-Safari?

Eine komplette Nord-Pantanal-Reise mit vier bis sechs Nächten in Premium-Lodges, Transfers ab Cuiabá, allen Mahlzeiten, Guides und Safaris startet bei etwa 1.800 Euro pro Person in der Nebensaison und erreicht in der Peak-Hochsaison 4.000 bis 5.000 Euro. Süd-Pantanal bei Caiman beginnt bei etwa 2.700 USD pro Person für vier Nächte. Hinzu kommen internationale Flüge (Frankfurt–São Paulo–Cuiabá ab 900 Euro Economy) und Wildlife Preservation Fees von 60 bis 200 USD.

Welche Impfungen brauche ich?

Gelbfieber-Impfung ist für das Pantanal empfohlen und wird teils verlangt. Hepatitis A, Typhus und Tetanus sollten aktuell sein. Malaria-Prophylaxe ist für das Pantanal nicht standardmäßig nötig, Mückenschutz mit DEET-haltigen Präparaten (50 Prozent) ist dagegen unverzichtbar — besonders in den Dämmerungsstunden. Details und aktuelle Empfehlungen finden Sie im Leitfaden Impfungen und Gesundheit.

Was soll ich mitbringen?

Gedeckte Farben in Beige, Oliv, Grau — keine weißen Shirts (reflektieren und verschrecken Tiere), keine tarnfarbenen Muster (in Brasilien militärisch konnotiert). Langarmhemden und lange Hosen gegen Mücken, dünner Pullover für die kühlen Morgenstunden im Boot (kann im Juli auf 12 Grad fallen), breitkrempiger Hut, Sonnencreme LSF 50, Fernglas (8x42 ist die beste Wahl), Kamera mit Tele-Zoom ab 300 mm, ausreichend Speicherkarten und Akkus. Bargeld in Reais für Trinkgelder und Guides entlang der Transpantaneira.

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