Bunte Kolonialfassaden und Kopfsteinpflastergassen im UNESCO-Welterbe Pelourinho in Salvador de Bahia im goldenen Licht der Abendsonne

Salvador De Bahia

Das afro-brasilianische Herz Brasiliens

Das afro-brasilianische Herz Brasiliens

Salvador de Bahia — erste Hauptstadt Brasiliens, UNESCO-Welterbe Pelourinho, Ursprung von Capoeira und Candomblé. Das kulturelle Epizentrum des afrobrasilianischen Erbes.

Geschrieben von: Nils Lindhorst Zuletzt aktualisiert am: 1. Juni 2026

Beste Reisezeit

September bis März — Trockenzeit mit stabilem Wetter; September bis November besonders empfehlenswert (weniger Touristen, moderatere Preise).


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Warum Salvador de Bahia?

Wenn die Sonne über der Allerheiligenbucht untergeht, fängt die Cidade Alta an zu leuchten. Die pastellfarbenen Kolonialfassaden des Pelourinho — kanariengelb, koralle, türkisgrün — nehmen das warme Licht auf, vom Kopfsteinpflaster steigt die Wärme des Tages, und von irgendwo über den Dächern zieht der Klang eines Berimbau durch die Gassen. Vor der Igreja de Nossa Senhora do Rosário dos Pretos stellen Baianas in weißen Spitzenkleidern ihre Öl-Töpfe auf, in denen gleich frische Acarajé brutzeln werden. Es ist Dienstagabend, und Salvador macht das, was es seit Jahrhunderten am besten kann: aus Geschichte Musik werden lassen.

Salvador war von 1549 bis 1763 die erste Hauptstadt Brasiliens — über 200 Jahre lang das administrative, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Portugiesisch-Amerikas. Heute leben hier rund 2,9 Millionen Menschen; etwa 80 Prozent von ihnen sind afrobrasilianischer Abstammung. Keine andere Großstadt außerhalb Afrikas trägt das afrikanische Erbe so unverstellt in ihren Alltag. International nennt man Salvador deshalb die „Schwarze Hauptstadt Lateinamerikas" — ein Titel, den die Stadt nicht als Marketing trägt, sondern als selbstverständliche Identität.

Diese Identität hat ihre Wurzeln in einer schweren Geschichte. Über 37 Prozent aller aus Afrika verschleppten Versklavten kamen nach Brasilien, und Salvador war einer der ersten und größten Umschlagplätze dieses Handels. Das Wort Pelourinho bedeutet Pranger — an seinem zentralen Platz wurden versklavte Afrikaner verkauft und bestraft. Dass ausgerechnet dieser Ort heute zum pulsierenden Zentrum einer stolzen, lebendigen Kultur geworden ist, erzählt viel über die Kraft der Menschen, die hier leben.

Für deutschsprachige Reisende ist Salvador eine der lohnendsten Stationen auf einer Brasilien-Rundreise — kompakt genug für zwei bis drei Tage, gleichzeitig idealer Ausgangspunkt für den Nordosten: die Chapada Diamantina liegt rund 420 Kilometer im Landesinneren, die Lençóis Maranhenses und Fernando de Noronha sind per Inlandsflug erreichbar.

Pelourinho — Herz der Oberstadt

Das historische Zentrum von Salvador wurde 1985 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Es gilt als das größte zusammenhängende Barockensemble Südamerikas — eine Stadt aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, restauriert, bewohnt und bespielt. Die systematische Sanierung begann 1990 mit UNESCO-Unterstützung. Dass dabei die damaligen Bewohner 1991 in Neubausiedlungen außerhalb Salvadors umgesiedelt wurden, ist bis heute ein kritisch diskutierter Vorgang — eine Harvard-Analyse spricht von der Gefahr einer „Musealisierung" des Viertels. Wer Salvador besucht, sollte diese Schicht mitdenken.

Der Largo Terreiro de Jesus ist der Dreh- und Angelpunkt des Pelourinho. Um den Platz gruppieren sich die Catedral Basílica de Salvador (seit 1933 Kathedrale, zuvor Jesuitenkirche), die Igreja São Pedro dos Clérigos, die Igreja São Domingos Gusmão und das Museu Afro-Brasileiro (MAFRO), das wichtigste Museum zur afrobrasilianischen Kultur und zu den Candomblé-Orixás. Eintritt 10 Real (rund 2 Euro), geöffnet Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr. Die Sammlung ist überschaubar, aber sie ordnet die Stadt ein wie kein anderer Ort.

Wenige Schritte weiter steht das, was normalerweise jede Reiseliste anführt: die Igreja e Convento de São Francisco. Ihr Innenraum ist mit rund 800 Kilogramm Gold verziert — einer der prächtigsten Barockräume der Neuen Welt. Wichtiger Hinweis für 2026: Am 5. Februar 2025 stürzte Teile der Deckenverkleidung ein; eine Person kam ums Leben, fünf wurden verletzt. Die Kirche ist seither für Restaurierungsarbeiten geschlossen, ein Wiederöffnungsdatum steht nicht fest. Die benachbarte Ordem Terceira de São Francisco mit ihrer beeindruckenden Steinfassade war zuletzt weiter zugänglich — vor dem Besuch unbedingt aktuelle Informationen einholen. Wir aktualisieren unsere Empfehlungen laufend.

Der emotional eindrücklichste Bau im Viertel ist für uns ein anderer: die Igreja de Nossa Senhora do Rosário dos Pretos am Largo do Pelourinho. Sie wurde von versklavten Afrikanern errichtet, in den wenigen freien Stunden, die man ihnen zugestand — der Bau dauerte rund hundert Jahre. Es ist die Kirche der Pretos, der Schwarzen, und bis heute Ort synkretischer Gottesdienste, in denen katholische Heilige und Candomblé-Orixás einen gemeinsamen Raum finden.

Zwischen Ober- und Unterstadt fährt seit dem 8. Dezember 1873 der Elevador Lacerda — der weltweit erste öffentliche Stadtaufzug. 73,5 Meter in 22 Sekunden, vier Kabinen in zwei Türmen, täglich über 28.000 Fahrten. Der Fahrpreis liegt bei 15 Centavos, umgerechnet weniger als drei Cent. Oben warten der Blick über die Baía de Todos os Santos, der ockerfarbene Palast der früheren Gouverneure und in fünf Minuten Gehweite der Pelourinho. Unten beginnt das Mercado Modelo (Mo–Sa 9–19 Uhr, So 9–14 Uhr) mit Kunsthandwerk, Silber und Gewürzen.

Insider-Tipp: Der Pelourinho am späten Nachmittag, ab etwa 17 Uhr. Dann füllen sich die Plätze, die Kolonialhäuser nehmen das goldene Licht auf, die ersten Rodas de Capoeira beginnen. Am Dienstagabend — in Salvador heißt er Terça da Bênção, der gesegnete Dienstag — verwandelt sich das Viertel in eine Open-Air-Bühne: Beginn mit einer synkretischen Messe in Rosário dos Pretos, anschließend Capoeira, Olodum-Trommeln auf der Praça Tereza Batista, Straßenmusik, Acarajé-Stände. Vieles davon ist kostenlos oder kostet nur eine kleine Spende. Für uns der kulturell dichteste Abend der Woche.

Afro-brasilianische Kultur erleben

In Salvador ist afrobrasilianische Kultur nicht Folklore, sondern Alltag. Drei Traditionen prägen das Erlebnis der Stadt besonders: Capoeira, Candomblé und die Küche der Baianas.

Capoeira ist der wohl bekannteste Export Bahias. Versklavte Afrikaner entwickelten sie als Kampftechnik und tarnten sie als Tanz, um der Verfolgung zu entgehen. Zwei Hauptstile sind zu unterscheiden: Capoeira Angola, die traditionelle, erdnahere Form, die Mestre Pastinha bewahrte, und Capoeira Regional, die Mestre Bimba in den 1930er Jahren entwickelte. Bimbas legendäre Vorführung vor dem Gouverneur Bahias führte zur Aufhebung des seit 1890 geltenden Verbots — ein politischer Akt, kein Tanzfestival. Am 26. November 2014 erklärte die UNESCO Capoeira zum immateriellen Weltkulturerbe. Die Fundação Mestre Bimba im Pelourinho zeigt Dienstag bis Samstag von 19 bis 20 Uhr öffentliche Rodas; eine kleine Spende wird erwartet. Wer die Bühnenversion erleben möchte, reserviert einen Abend für das Balé Folclórico da Bahia im Teatro Miguel Santana (Mo/Mi/Fr 19–20 Uhr, Eintritt ca. 90 Real, nur Barzahlung).

Candomblé ist die Religion, in der das afrikanische Erbe Salvadors am klarsten aufscheint. Sie verbindet westafrikanische Traditionen der Yoruba, Fon und Bantu mit Elementen des Katholizismus und verehrt Orixás — Kräfte, die Meer, Wind, Flüsse und menschliche Eigenschaften verkörpern. Die Zeremonien finden in Terreiros statt, heiligen Stätten, von denen einige, wie das Terreiro do Gantois oder die Casa Branca, Besucher zulassen. Wer an einer Zeremonie teilnehmen möchte, sollte dies ausschließlich mit einem lokalen Guide tun, bedeckte Kleidung tragen und das Fotografier- und Filmverbot strikt respektieren. Wir vermitteln gern den Kontakt zu vertrauenswürdigen Begleitern, die den nötigen Kontext geben — ohne das Heilige zur Show zu machen.

Das ikonische Fest des Candomblé ist die Festa de Iemanjá am 2. Februar. Seit 1923 zieht sie jedes Jahr rund 200.000 Teilnehmer nach Rio Vermelho. Um 4:45 Uhr morgens eröffnet ein Feuerwerk an der Casa de Iemanjá die Feier. Weiß gekleidete Gläubige bringen Blumen, Spiegel, Parfüm und Schmuck in dekorierten Körben als Gaben an die Meeresgöttin; mittags legen Boote ab, um die Geschenke weit auf See zu versenken. Für kulturell interessierte Reisende ist Iemanjá eindringlicher als der Karneval: weniger Lärm, mehr Spiritualität, eine seltener erlebte Seite Salvadors.

Die dritte große Tradition steht an jeder Ecke: die Küche der Baianas de Acarajé. Acarajé sind frittierte Bällchen aus Schwarzaugenbohnen, gefüllt mit Vatapá (Garnelen-Erdnuss-Creme) und getränkt in Dendê-Palmöl. Einst verkauften versklavte Frauen sie auf den Straßen, um Geld für den Freikauf zu sammeln. Heute arbeiten rund 3.500 Baianas in Salvador; ihr Handwerk wurde 2005 als immaterielles Kulturerbe Brasiliens (IPHAN) eingetragen, seit 2017 ist „Baiana de Acarajé" ein offiziell anerkannter Beruf. Ein Acarajé am Stand kostet 15 bis 20 Real — vom Ursprung bis zum ersten Biss eine der ehrlichsten Geschichten, die man auf Reisen essen kann.

Moderner, aber ebenso bahianisch: Olodum, die 1979 im Pelourinho gegründete Samba-Reggae-Gruppe, deren Trommeln Michael Jackson 1996 für „They Don't Care About Us" nach Salvador holten. Terça do Olodum dienstags auf der Praça Tereza Batista ab 20 Uhr und die sonntägliche Probe am Nachmittag sind die besten Gelegenheiten, die Gruppe live zu erleben (rund 70 bzw. 50 Real Eintritt).

Strände und Küste rund um Salvador

Salvador ist keine klassische Badestadt — seine Stärke liegt in Kultur, Geschichte und Rhythmus. Aber wer einen halben Tag für das Meer einplant, wird belohnt.

Praia Porto da Barra im Stadtteil Barra ist der beliebteste Stadtstrand: eine geschützte Bucht mit ruhigem Wasser, Strandrestaurants und einem Sonnenuntergang, der mit dem Farol da Barra eines der fotografiertesten Motive der Stadt liefert. Vom Pelourinho sind es rund 15 Minuten per Uber (ca. 15–20 Real).

Für einen ganzen Tag lohnt ein Ausflug an die Küste der Praia do Forte, rund 70 Kilometer nördlich von Salvador. Dort liegt das Projekt Tamar, das größte Meeresschildkrötenschutzprojekt Brasiliens — ein Besuch, der Familien wie Biodiversitäts-Interessierte gleichermaßen begeistert. Die vorgelagerte Allerheiligenbucht (Baía de Todos os Santos) ist mit rund 1.100 Quadratkilometern die größte Bucht Brasiliens; Katamaran-Tagesausflüge nach Morro de São Paulo oder zur Insel Itaparica sind ein klassischer Zweittag ab Salvador.

Beste Reisezeit und Festivals

Salvador ist ganzjährig warm. Die Temperaturen liegen zwischen 25 und 33 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Die Trockenzeit von September bis März ist die verlässlichste Reisezeit. Unser Favorit sind die Monate September bis November: stabiles Wetter, weniger Touristen als in der Hochsaison um Weihnachten, moderatere Preise.

Der Karneval von Salvador findet jedes Jahr in den sechs Tagen vor Aschermittwoch statt — 2026 vom 12. bis 18. Februar. Am 4. März 2025 hat das Guinness World Records-Team Salvador offiziell als weltgrößten „Trio-Elétrico-Karneval" anerkannt: 2025 kamen rund 3,5 Millionen Menschen, der wirtschaftliche Umsatz lag bei 7 Milliarden Real. Wer den Karneval erleben möchte, sollte drei Dinge verstehen:

  • Abadá: Das offizielle Shirt eines Blocos. Wer es trägt, feiert innerhalb der abgesperrten Seile eines bestimmten Umzugs mit Live-Band. Preis: 500 bis 2.150 Real pro Tag, je nach Bloco.
  • Pipoca: „Popcorn" — die Feiernden ohne Abadá, die außerhalb der Seile mitziehen. Kostenlos, energiegeladen, aber auch voller und unübersichtlicher. Tagesrucksack und Wertsachen zuhause lassen.
  • Camarote: Gastronomisch bewirtete Logen mit Blick auf die Strecke. Premium-Option, 700 bis 4.235 Real pro Abend. Für Reisende, die Atmosphäre ohne Gedränge suchen, die angenehmste Variante.

Hotels während des Karnevals kosten das Zwei- bis Dreifache, und die besten Häuser sind drei bis sechs Monate vorher ausgebucht. Als günstigere Alternative lohnen die Pre-Karneval-Tage Fuzuê und Furdunço am Wochenende davor.

Zu den weiteren bedeutenden Festen zählen die Festa de Iemanjá (2. Februar), Lavagem do Bonfim (zweiter Donnerstag im Januar — die berühmte Waschung der Treppen der Bonfim-Kirche durch weißgekleidete Baianas) und das São João-Fest im Juni.

Anreise und Logistik

Die Anreise nach Salvador ist einfacher geworden, als viele Reiseführer es darstellen. Zwei Direktflug-Optionen ab Europa:

  • Condor: Saisonale Direktflüge Frankfurt (FRA) → Salvador (SSA), rund drei Verbindungen pro Woche während der Wintersaison. Für deutschsprachige Reisende meist die bequemste Variante; wir empfehlen frühe Buchung.
  • TAP Air Portugal: Nonstop Lissabon (LIS) → Salvador (SSA) in etwa 8,5 Stunden, drei Verbindungen pro Woche (Stand April 2026). Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem Umstieg in Lissabon — oft schneller als der Umweg über São Paulo.

Alternativ fliegen Sie via São Paulo (GRU) oder Rio de Janeiro (GIG) mit Inlandsumstieg. Der Flughafen Luís Eduardo Magalhães (SSA) liegt rund 28 Kilometer nordöstlich der Stadt.

Transfer zum Hotel: Uber oder ein privater Transfer (30–45 Minuten, je nach Verkehr) sind die bequemsten Optionen. Der Linienbus 1001 fährt für 5,20 Real ins Zentrum, braucht aber rund 75 Minuten. Wir organisieren auf Wunsch einen deutschsprachigen Meet-and-Greet-Service — gerade für die erste Nacht nach dem Langstreckenflug die entspannteste Lösung.

Innerhalb Salvadors erkunden Sie den Pelourinho komplett zu Fuß. Für längere Strecken — Barra, Rio Vermelho, Flughafen — empfehlen wir Uber. Taxis sind grundsätzlich in Ordnung, aber der Fahrpreis sollte vorab vereinbart werden.

Übernachten — Oberstadt oder Unterstadt? Die Empfehlung ist eindeutig: Pelourinho (Cidade Alta) für kulturelle Dichte und kurze Wege, oder Barra für ruhige Atmosphäre und Strandnähe. Unser Favorit im Pelourinho ist die Casa do Amarelindo in der Rua Portas do Carmo — zehn Zimmer, Dachterrasse mit Blick auf die Allerheiligenbucht, Rooftop-Bar, familiär geführt. Wer lieber am Meer wohnt, findet in Barra gehobene Häuser im Mittelklasse- bis Premiumsegment.

Sicherheit in Salvador

Salvador hat einen schlechteren Ruf, als es verdient. Zwischen Januar und Juli 2024 besuchten rund 5,2 Millionen Touristen die Stadt, und der weit überwiegende Teil reist ohne Zwischenfälle. Dennoch gehört eine ehrliche Einordnung dazu: Taschendiebstahl ist in Menschenmengen möglich, in bestimmten Stadtteilen außerhalb der Touristenzonen ist Vorsicht geboten, und eine entspannte Grundhaltung ersetzt keine einfachen Regeln.

Was konkret hilft:

  • Wertsachen im Hotelsafe lassen. Unterwegs nur das mitnehmen, was Sie wirklich brauchen — idealerweise in einer Bauchtasche unter dem Shirt.
  • Keine offen getragenen Smartphones auf der Straße. Fotos bewusst und kurz, nicht ständig die Kamera in der Hand.
  • Nach Einbruch der Dunkelheit nicht zu Fuß durch unbelebte Gassen. Im Pelourinho, in Barra und in Rio Vermelho können Sie abends in belebten Straßen gehen; für Wege zwischen Stadtteilen Uber nutzen.
  • Kein Bargeld demonstrativ abheben. Der Bradesco-Geldautomat am Pelourinho (gegenüber dem Elevador Lacerda) gilt als einer der zuverlässigsten.

DELTUR — die Touristenpolizei unterhält in Salvador zwei Stationen mit mehrsprachigem Personal (Portugiesisch, Englisch, Französisch, Spanisch): im Pelourinho am Largo do Cruzeiro de São Francisco und in Barra in der R. Augusto Frederico Schmidt. Beide sind rund um die Uhr besetzt und an Touristen-Hotspots präsent. Die allgemeinen Notrufnummern lauten 190 (Polizei), 192 (Krankenwagen), 193 (Feuerwehr).

Unsere ehrliche Einschätzung aus eigener Reisepraxis: Salvador ist eine Großstadt mit großstadttypischen Themen — nicht mehr, nicht weniger. Wer die üblichen Regeln beachtet und Guide-geführte Ausflüge in weniger bekannte Stadtteile unternimmt, erlebt eine der freundlichsten und offensten Städte Brasiliens.

Salvador in eine Brasilien-Rundreise einbetten

Salvador lohnt sich als eigenständiges Ziel für zwei bis drei Nächte — die wichtigsten Erlebnisse lassen sich in dieser Zeit mit Ruhe einordnen. Noch schöner wird die Reise, wenn Sie Salvador mit anderen Regionen des Nordostens verbinden. Ab Salvador erreichen Sie in rund sechs Stunden Fahrt oder mit einem Inlandsflug die Chapada Diamantina mit ihren Tafelbergen und Wasserfällen — ein landschaftlicher Gegenpol zur Hitze der Küste. Die Lençóis Maranhenses mit ihren türkisfarbenen Lagunen zwischen weißen Dünen sind per Flug erreichbar, ebenso das Unterwasser-Paradies Fernando de Noronha. Für Reisende, die Kultur und Natur in einem Zug erleben möchten, ist Salvador der natürliche Dreh- und Angelpunkt.

Sprechen Sie mit uns, wenn wir Ihnen eine Route vorschlagen dürfen, die auf Ihr Reisetempo, Ihre Interessen und Ihre Jahreszeit zugeschnitten ist. Unsere Brasilien-Berater kennen Salvador aus eigener Erfahrung vor Ort — wir planen Ihre Reise, als wäre es unser eigener Urlaub. Beratungsgespräch vereinbaren.

Bereit für Ihr größtes Abenteuer?

Um eine Reise zu buchen oder weitere Informationen zu erhalten, kontaktieren Sie uns. Wir helfen Ihnen bei der Planung und begleiten Sie durch Ihr bevorstehendes Abenteuer!

Häufige Fragen

Wie viele Tage sollte man für Salvador einplanen?

Zwei bis drei Tage sind ein guter Richtwert. Tag eins gehört dem Pelourinho mit MAFRO, Rosário dos Pretos, Elevador Lacerda und einem Sonnenuntergang in der Oberstadt. Tag zwei lässt sich für Capoeira, Candomblé-Kontext und Olodum nutzen — idealerweise ein Dienstag, wegen der *Terça da Bênção*. Ein dritter Tag eignet sich für Barra, Praia do Forte oder einen Katamaran-Ausflug in der Allerheiligenbucht. Wer den Karneval oder die Festa de Iemanjá erleben möchte, plant zusätzliche Tage ein.

Wie sicher ist Salvador?

Salvador ist sicher für aufmerksame Reisende. Touristische Viertel wie Pelourinho, Barra, Rio Vermelho und Porto da Barra werden von der Touristenpolizei DELTUR rund um die Uhr bestreift, die Stationen haben mehrsprachiges Personal. Die häufigsten Probleme sind Taschendiebstahl in Menschenmengen und überhöhte Preise bei inoffiziellen Taxis — beides lässt sich mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen vermeiden. Nach Einbruch der Dunkelheit zwischen Stadtteilen Uber nutzen, Wertsachen im Hotel lassen, Bauchtasche statt Geldbeutel.

Karneval in Salvador — was erwartet mich?

Der Karneval von Salvador ist seit dem 4. März 2025 offiziell der weltgrößte Trio-Elétrico-Karneval (Guinness World Records). Sechs Tage, rund 3,5 Millionen Teilnehmer, drei Teilnahme-Formen: *Abadá* (500–2.150 Real für das offizielle Bloco-Shirt mit geschütztem Bereich), *Pipoca* (kostenlos, ohne Seil, energiegeladen und voll) und *Camarote* (700–4.235 Real pro Abend für bewirtete VIP-Logen). Hotels kosten das Zwei- bis Dreifache und sollten drei bis sechs Monate im Voraus gebucht werden. Termin 2026: 12. bis 18. Februar.

Lohnt sich eine Capoeira- oder Candomblé-Erfahrung?

Unbedingt — vorausgesetzt, der Rahmen stimmt. Öffentliche *Rodas* der Fundação Mestre Bimba im Pelourinho (Di–Sa 19–20 Uhr) oder ein Besuch des Balé Folclórico da Bahia vermitteln Capoeira auf respektvollem Niveau. Candomblé-Zeremonien sollten Sie ausschließlich mit einem lokalen Guide besuchen, der Sie in Kleidungsregeln und Etikette einweist — Fotografieren und Filmen sind strikt untersagt. Wir vermitteln auf Wunsch den Kontakt zu vertrauenswürdigen Begleitern, die Sie als Beobachter in einen öffentlich zugänglichen Terreiro führen.

Oberstadt oder Unterstadt — wo übernachten?

Die Empfehlung lautet klar: **Oberstadt (Pelourinho)** für alle, die Kultur, Musik und kurze Wege suchen. Boutique-Häuser wie die Casa do Amarelindo bieten hier koloniales Flair und Dachterrassen mit Buchtblick. **Barra** ist die zweite gute Wahl — ruhiger, am Strand gelegen, mit Hotels in allen Kategorien und abendlichem Ausgehangebot. Von der Unterstadt raten wir als Übernachtungsort ab: sie ist der Handelsbezirk, nicht der Wohn- oder Ausgeh-Teil der Stadt.

Salvador allein oder mit Guide?

Für den Pelourinho am Tag genügt ein Stadtplan und gutes Schuhwerk. Sobald es um Candomblé, Capoeira-Kontext, die Geschichte der Sklaverei oder Ausflüge in weniger touristische Stadtteile geht, macht ein lokaler Guide den Unterschied zwischen Sightseeing und Verstehen. Gute Guides erklären, warum die Igreja de Rosário dos Pretos wichtiger ist als ihre goldenen Nachbarinnen, warum eine Baiana de Acarajé in Weiß arbeitet und was eine *Terça da Bênção* jenseits der Touristenshow bedeutet. Wir vermitteln deutsch- oder englischsprachige Guides, die in Salvador aufgewachsen sind.

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